Der Computergarten am 3. Februar

 

Engelstrompte DATURA Foto von Willi Schnekenburger auf Teneriffa fotografiert

Für Georg Trakl
Weiße Engelstrompete
Foto von Willi Schnekenburger


TROMPETEN

Gedicht von Georg Trakl

Unter verschnittenen Weiden, wo braune Kinder spielen
Und Blätter treiben, tönen Trompeten. Ein Kirchhofsschauer.
Fahnen von Scharlach stürzen durch des Ahorns Trauer,
Reiter entlang an Roggenfeldern, leeren Mühlen.

Oder Hirten singen nachts und Hirsche treten
In den Kreis ihrer Feuer, des Hains uralte Trauer,
Tanzende heben sich von einer schwarzen Mauer;
Fahnen von Scharlach, Lachen, Wahnsinn, Trompeten.

Biographie

Georg Trakl wurde als viertes Kind von dem Eisenhändler Tobias Trakl und der Maria Catharina, geborene Halik, am 3. Februar 1887 in Salzburg geboren. Es kommen noch drei Geschwister, die Familie hat sieben Kinder.

Seine Lieblingsschwester ist Gretl. Er wird in das Staatsgymnasium in Salzburg aufgenommen, doch er verläßt die Schule in der siebten Klasse und beginnt 1905 eine Lehre in der Apotheke " Zum weißen Engel". Hier lernt er verschiedene Drogen kennen, die ihn sein Leben lang faszinieren.

Georg Trakl
österreichischer Lyriker

Georg Trakl

geboren am 3. Februar 1887 in Salzburg, gestorben am 3. November 1914 in Krakau

1906 werden zwei Dramen ( Totentag und Fata Morgana) in Salzburg uraufgeführt.
1908 In Wien beginnt Georg Trakl das Studium der Pharmazie
1909 erscheinen Gedichte von ihm im "Ruf", "Ton und Wort" und im "Merker"
1910 besteht er seine Magisterprüfung und meldet sich als Freiwilliger in Wien zum Militär
1912 arbeitet er in der Militärapotheke in Innsbruck. In diesem Jahr wird er auch Mitarbeiter der Zeitschrift "Der Grenner", die sein Gedicht "Vorstadt im Föhn"veröffentlicht. Hier wird auch der "Psalm" veröffentlicht, mit dem Georg Trakl öffentliches Aufsehen erregt. Er arbeitet an "Helian".
1913

erscheint in der Reihe "Der jüngste Tag" eine Gedichtsammlung von Georg Trakl, er unternimmt eine Reise mit Freunden nach Venedig.

1913 liest er zum ersten (und zum letzten) Mal vor einem interessierten Publikum aus seinen Werken in Innsbruck.

1914

reist er nach Berlin, um seine Schwester Gretl zu besuchen, dort lernt er Else-Lasker-Schüler kennen. Georg Trakl erhält vom Industriellen Wittenstein 20.000 Kronen. Damit erhält er einen Betrag, der ihm sehr hilft. Seine Gesundheit ist angegriffen, nicht zuletzt durch den Drogenkonsum.

Als der Krieg beginnt, wird Georg Trakl als Reservist eingezogen und muss in Galizien Kranke betreuen, ohne ausreichend Medikamente an die ihm anvertrauten 90 Verwundeten abgeben zu können. Von diesen zwei Tage dauernden schrecklichen Anblicken ist Georg Trakl so entsetzt, dass er auf dem Rückzug bei Limanova einen Selbstmordversuch unternimmt.

Am 8. Oktober 1914 wird er in Krakau zur Überprüfung seines Geisteszustandes im Garnisonsspital untergebracht.

Ende Oktober verfaßt der 27 jährige Georg Trakl sein Testament zugunsten seiner Schwester Gretl. Am 3. November 1914 stirbt Georg Trakl an Herzlähmung, auf dem Totenschein steht: "Suicid durch Cocainintoxication".

Georg Trakl wird auf dem Racoviczer Friedhof begraben, aber elf Jahre später, 1925, werden seine sterblichen Überreste nach Innsbruck überführt und auf dem "Neuen Mühlhauer Friedhof" beigesetzt.

Seine Lyrik ist von Themen des Unterganges geprägt. Der Herbst mit seinem Sterben ist ihm bevorzugtes Thema und Metapher . Seine Bildsprache ist sehr suggestiv, in der Lyrik wie in den Prosadichtungen.

Sie finden in der "herbstlyrik" bei onlinekunst.de folgende Gedichte von Georg Trakl:

Gedicht auf der Gedichte-Seite von onlinekunst.de

15 Gedichte von Georg Trakl

An die Schwester

Wo du gehst wird Herbst und Abend,
Blaues Wild, das unter Bäumen tönt,
Einsamer Weiher am Abend.

Leise der Flug der Vögel tönt,
Die Schwermut über deinen Augenbogen.
Dein schmales Lächeln tönt.

Gott hat deine Lider verbogen.
Sterne suchen nachts, Karfreitagskind,
Deinen Stirnenbogen.

Gedicht von Georg Trakl

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Gedichte von Georg Trakl auf unserer Seite
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LINKS

  • Goethe - Institut Hongkong
    Deutschsprachige Autorinnen und Autoren, zusammengestellt von Regina Anhut-Frahm
    erstveröffentlicht 31. Januar 2001 http://www.goethe.de/os/hon/aut/
  • Psalmendichtung Andreas Gryphius und Georg Trakl: "Psalm" von Liane Manseicher
    http://www.phil.uni-erlangen.de/~p2gerlw/barock/gryphi2.html
  • Georg Trakl deutsch mit spanischer Übersetzung der Gedichte
    http://www.bibliele.com/CILHT/ptrakl.html
  • Klaus Schulze Totentag Kompositionen über das Leben Georg Trakls, englisch
    Prelude: Apotheke "Zum weißen Engel" Libretto: Hermann Schneider
    http://www.klaus-schulze.com/disco/1943to.htm
  • Klaus Schulze Totentag
    1994 Totentag - DOPPEL-CD - KLAUS SCHULZE Erscheinungsdatum: 1. September 1994. Label: Zyx (ZYX) ASIN: B0000073MZ Komponist: KLAUS SCHULZE Künstler: KLAUS SCHULZE Format: Audio CD (CD-Anzahl: 2) Die erste Oper von Klaus Schuze - zum Leben bis zum Freitod von Georg Trakl.
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Eine rosa Engelstrompete mit dem Gedicht von Rainer Maria Rilke Dein Garten wollt ich sein zuerst

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Diese Webseite widme ich meinem Freund Jochen Buchholz. I.S.

  • Seite 2: Das Gedicht "Kleines Konzert" von Georg Trakl
  • Seite 3: Das Gedicht "Allerseelen" von Georg Trakl
  • Seite 4: Das Gedicht "Die Raben" und Bücher von Georg Trakl

 

 

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http://www.onlinekunst.de/februar/03_02_Trakl.htm