| Der
Engel zum 10. Dezember
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Hubert van
Eyck: Genter Altar, Altar des Mystischen
Lammes, linker Außenflügel, mittlere äußere
Szene: Verkündigungsengel, Detail: Gesicht
des Engels, vor 1426-1432, Öl auf Holz,
Gent, Kathedrale St. Bavo.
Hubert van Eyck: Genter Altar,
Altar des Mystischen Lammes, linker Außenflügel,
mittlere äußere Szene: Verkündigungsengel,
vor 1426-1432, Öl auf Holz. Gent, Kathedrale
St. Bavo. Auftraggeber: Joducus und Isabelle
Vyd, urspr. für die Johannes dem Täufer
gewidmete Seitenkapelle in St.-Bavo in
Gent, Wandelaltar, in Zusammenarbeit mit
Jan van Eyck entstanden. Niederlande.
Altniederländische Malerei.
Der Künstler: Eyck, Hubert van,
geboren um 1370 in Maaseyck bei Maastricht,
gestorben am 18. September 1426 in Brügge
Wirkungsorte: Dijon, Brügge |
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| Cherubin
Wer bist du, die in meines Herzens Tiefen,
Die nie der Liebe Sonnenblick durchstrahlt,
Mit unbekannter Zaubermacht gegriffen?
Wer bist du, süße, reizende Gestalt?
Gefühle, die im Grund der Seele schliefen,
Hast du geweckt mit magischer Gewalt,
Gefesselt ist mein ganzes, tiefstes Wesen,
Und Kraft und Wille fehlt, das Band zu lösen!
Seh ich der Glieder zarte Fülle prangen,
Entstellt durchs schöngeschmückte
Knabenkleid,
Das süße Rot der schamgefärbten
Wangen,
Die blöde, knabenhafte Schüchternheit,
Das dunkle, erst erwachende Verlangen,
Das brennend wünscht und zu begehren scheut,
Den Flammenblick, scheu in den Grund gegraben:
So scheinst du mir der reizendste der Knaben!
Doch seh ich dieses Busens Wallen wieder,
Verräterisch durchs neid'sche Kleid gebläht,
Des Nackens Silber, gleich des Schwans Gefieder,
Vom reichen, seidnen Lockenhaar umweht,
Hör ich den hellen Klang der Zauberlieder,
Und was ein jeder Sinn noch leis' erspäht,
Horch ich des Herzens ahnungsvollen Tönen:
So nenn ich dich die Krone aller Schönen.
Schlicht diesen Streit von kämpfenden Gefühlen,
Bezähme dieses siedend heiße Blut,
Laß meinen Blick in diesen Reizen wühlen,
Laß mich der Lippen fieberische Glut
In dieses Busens regen Wellen kühlen;
Und meiner Küsse räuberische Flut
Soll das Geheimnis dir im Sturm entreißen,
Welch ein Geschlecht du würdigst, sein
zu heißen.
Franz Grillparzer
(1791-1872)
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