Harmonie & Humor ist gefragt

Ausgefallene Typen à la James Bond oder Lara Croft kommen bei den deutschen Singles anscheinend nicht an. Denn fragt man Alleinstehende auf Partnersuche, was ein Traummann oder eine Traumfrau unbedingt mitbringen sollte, landen gutes Aussehen (39 Prozent), Sportlichkeit (32 Prozent) und außergewöhnliche Lebensführung (27 Prozent) abgeschlagen auf den hinteren Plätzen. Ganz oben auf dem Wunschzettel der Singles stehen Harmoniefähigkeit (86 Prozent), Verständnis (80 Prozent), gleiche Wertevorstellungen (70 Prozent) und Humor (67 Prozent). So das Ergebnis einer repräsentativen Studie von PARSHIP, Deutschlands und Europas führender Online-Partneragentur, unter mehr als 1.000 Personen zwischen 18 bis 65 Jahren.

Ausstellungshinweis: Blackbox Abschiebung

Bilder und Geschichten von Leuten, die gern geblieben wären

Ausstellung vom 19.03. – 08.05.2011, Täglich 10 – 19 h. Eintritt frei. Im Haus der Kulturen der Welt, John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin. Eröffnungspanel: 18.03.2011 | 19 h | Eintritt frei. Mit den Kuratoren Ralf Jesse und Mark Terkessidis und dem Menschenrechtsaktivisten Bruno Watara

Abschiebung ist Alltag: Etwa 10.000 Menschen müssen jedes Jahr Deutschland verlassen. Wer sind sie und warum dürfen sie nicht bleiben? Die Öffentlichkeit erfährt selten etwas über die Geschichten dieser Menschen. Wird doch über sie berichtet, endet die Berichterstattung fast immer an der Landesgrenze. Was wird aus den Menschen, wenn sie das Land, das für viele längst zur Heimat geworden ist, verlassen müssen?

Das Ausstellungsprojekt Blackbox Abschiebung von Filmemacher Ralf Jesse und Autor Mark Terkessidis dokumentiert die Geschichten von neun Personen, die abgeschoben wurden. Sie sprechen über ihr Leben und nehmen eine Fotokamera mit auf den Weg in die Abschiebung und berichten als Fotografen und Reporter des Projekts über ihr Leben nach der Ausweisung. Sie kommen aus Lagos, Kosovo oder Russland. Nach mehreren Stationen im Rahmen von RUHR.2010 ist die Ausstellung jetzt im Haus der Kulturen der Welt in Berlin zu erleben.

In der Installation Blackbox Abschiebung betreten die Besucher einen als Wohnzimmer gestalteten Innenraum mit Gebrauchtmöbeln. Auf einem Fernseher laufen die Filme der „Abgeschobenen“. Die Ausstellung macht Abschiebung an öffentlichen Orten sichtbar und Betroffene zu Akteuren. Sie bringt zugleich Eindrücke zurück nach Deutschland, die über die Konsequenzen von Abschiebung aufklären und verhindern, dass Abgeschobene mit der Ausweisung aus unserem Bewusstsein verschwinden.

Linktipp: www.hkw.de

Aktueller Fall zu diesem Thema: „Enormes Sicherheitsrisiko“. Terrorparagraf I. Kunststudenten filmten im Rahmen eines Uni-Projekts eine Abschiebung. Daraus wird der Verdacht einer terroristischen Vereinigung konstruiert. Artikel vom 12.02.2011 auf profil.at

Internationaler Literaturpreis

Haus der Kulturen der Welt  2011

Zum dritten Mal verleihen 2011 das Haus der Kulturen der Welt (Berlin) und die Stiftung Elementarteilchen (Hamburg) den Internationalen Literaturpreis – Haus der Kulturen der Welt. Seit 2009 zeichnet der Preis einen herausragenden, ins Deutsche übersetzten fremdsprachigen Titel der gegenwärtigen internationalen Erzählliteratur und seine Übersetzung aus. Der Preis ist mit 25.000 € für die Autorin / den Autor und 10.000 € für die Übersetzerin / den Übersetzer des Werkes hoch dotiert.

In diesem Jahr reichten 64 Verlage über 130 Titel ein, übersetzt aus 24 Sprachen, von Autoren aus 52 verschiedenen Herkunftsländern. Deutschsprachige Verlage können sich mit Ihren Titeln bewerben, eine für zwei Jahre einberufene Jury, bestehend aus Persönlichkeiten der Literaturkritik, -übersetzung und -wissenschaft, ermittelt in einem mehrstufigen Verfahren die Preisträger.

Die Jury für die Jahre 2011/2012 wurde von einem unabhängigen Gremium, bestehend aus Erik Bettermann (Intendant, Deutsche Welle), Prof. Dr. h.c. Klaus-Dieter Lehmann (Präsident, Goethe-Institut), Prof. Dr. Joachim Sartorius (Intendant, Berliner Festspiele) sowie Prof. Dr. Christina Weiss (Vorsitzende Verein der Freunde der Nationalgalerie) berufen.

Zur Jury gehören Ramón García-Ziemsen (Journalist, Deutsche Welle), Marie Luise Knott (Kritikerin / Übersetzerin), Claudia Kramatschek (Literaturkritikerin / Kulturjournalistin) Lothar Müller (Redakteur / Feuilleton Süddeutsche Zeitung), Ilma Rakusa (Schriftstellerin / Übersetzerin / Publizistin), Susanne Stemmler (Leiterin Bereich Literatur, Haus der Kulturen der Welt) und Stefan Weidner (Autor / Übersetzer / Literaturkritiker).

Die Nominierten der Shortlist werden am 12. Mai 2011 bekannt gegeben, die Bekanntgabe der Preisträger erfolgt am 15. Juni 2011. Die Preisverleihung findet in Anwesenheit der Preisträger am 29.06.2011 im Haus der Kulturen der Welt statt. Mit dem Internationalen Literaturpreis – Haus der Kulturen der Welt soll die Aufmerksamkeit auf herausragende Beiträge, aber auch auf die Vielstimmigkeit weltweiten literarischen Schaffens und die wertvolle Vermittlungsarbeit des Übersetzens gelenkt werden. In dieser Allianz können zeitgemäße Impulse für die kosmopolitische Öffnung unserer Gesellschaften und für die Erweiterung des „nationalen“
literarischen Kanons in einer Welt der globalisierten kulturellen Produktionen gegeben werden.

Preisträger 2009 waren der amerikanisch-peruanische Autor Daniel Alarcón und seine Übersetzerin aus dem Englischen Friederike Meltendorf mit „Lost City Radio“ (Wagenbach Verlag 2008). 2010 wurden Marie NDiaye und ihre Übersetzerin aus dem Französischen Claudia Kalscheuer für den Roman „Drei starke Frauen“ (Suhrkamp 2010) ausgezeichnet.

Shortlist-Bekanntgabe: 12.05.2011

Preisträger-Bekanntgabe: 15.06.2011

Preisverleihung: 29.06.2011 I 19h

Weitere Informationen unter www.hkw.de/literaturpreis

Eichhörnchen begegnet Pelztasse

Das Eichhörnchen gilt als süß und putzig, es ist uns vertraut, doch sein Bild in der Kunst ist weitgehend unbekannt. Und das, obwohl es nicht wenige Eichhörnchendarstellungen gibt, die von großen Künstlern wie Gentile Bellini, Albrecht Dürer, Peter Paul Rubens, Franz Marc, Meret Oppenheim oder Sophie Calle geschaffen wurden. Insofern leistet das Buch Ungewöhnliches und schließt eine Lücke, indem es die erste Darstellung des Eichhörnchens in der Kunst vom Mittelalter bis heute liefert.

Das Buch ist eine kunst- und kulturgeschichtliche sowie semifiktionale Erzählung. Die Tiermalerin Thilda und ihr Modell Paule, ein Eichkater, machen während ihrer USA-Reise im Museum der Schönen Künste in Boston eine aufregende Entdeckung: Sie sehen ein „Hörnchen” auf einem alten Gemälde. Es ist das berühmte Bild “Ein Junge mit einem Eichhörnchen” (1765) von dem amerikanischen Maler John Singleton Copley. Was die beiden noch mehr überrascht, ist die Kette, durch die das Haustier erkennbar wird. Thilda und Paule lernen durch Recherchen, dass Eichhörnchen von der Antike bis ins 20. Jahrhundert gezähmt und gern von Frauen und Kindern gehalten wurden. Mehr noch finden sie heraus, dass auch Maler in früheren Zeiten Eichhörnchen als Modell hielten.

Kunst- und kulturhistorische Darstellungen über Tiere gibt es viele, kurioserweise aber keine über Eichhörnchen, obwohl es zu den bestbekannten Bewohnern unserer Wälder und Parks gehört und in der westlichen Kulturhemisphäre zu den beliebtesten Tieren zählt. Es wundert deshalb nicht, dass die Zahl der Eichhörnchendarstellungen in der westlichen Hochkunst und in Gegenständen der Populärkultur beachtlich ist.

In den berühmtesten Kunstsammlungen und Kunstmuseen der Welt befinden sich Bilder, auf denen Eichhörnchen zu sehen sind. Kunsthistoriker haben darüber bisher wenig zu sagen gehabt, sie interessierte höchstens die symbolische Bedeutung. Fast unbekannt ist, dass sich Eichhörnchen auf Kunstwerken aller Epochen finden. Vom mittelalterlichen Kirchenretabel bis zur Avantgardekunst. Diese erstaunliche Präsenz drückt der Buchtitel aus: „Eichhörnchen begegnet Pelztasse“ bezieht sich einerseits auf die surrealistische Künstlerin Meret Oppenheim, die in ihrem OEuvre mit der Assemblage „Eichhörnchen“ ein spätes Pendant zu ihrer frühen surrealistischen Ikone „Das Pelzfrühstück“ gestaltete, und andererseits generell auf das Eichhörnchen in der christlichen Kunst.

Leseprobe: Sie [Meret Oppenheim] fertigt verrückten Schmuck und andere Accessoires für den Modebetrieb an, aber das bringt nicht viel ein. Dazu gehören auch Armbänder aus pelzbezogenen Metallrohren, die sie 1936 gestaltet. Picasso und seine Freundin Dora Maar sehen bei einem Treffen im Café an Meret ein derartiges Armband und sind sehr angetan. Picasso lobt die Idee und meint, eigentlich könne man alles auf diese Weise mit Pelz beziehen.

Meret soll darauf spontan zurückgefragt haben: ‚Auch diesen Teller und diese Tasse?‘ Auch das, war Picassos Antwort, und so kam Meret auf die Idee zu einem der berühmtesten surrealistischen Kunstwerke: dem ‚Frühstück im Pelz‘, einer mit Pelz bezogenen Tasse auf einem mit Pelz bezogenen Teller, mit einem pelzbezogenen Löffel.“

„Schrecklich! Welches Tier musste dafür wieder dran glauben?“ „Meret nahm Gazellenfell. Es ist sehr fein und für die Herstellung von Sommerpelzen beliebt. Es gilt als typisch weiblicher Pelz. Oppenheim verwendete für das Tassenäußere das helle, fast weiße Bauchfell und für die Tasseninnenseite das farbige, langhaarige Oberfell.“ „Einfach widerlich! Dass ein graziles Tier auf so barbarische Weise in die Tasse gehauen wird. Nee, diese Grausamkeit ist beispiellos.“

Link zu amazon: Eichhörnchen begegnet Pelztasse: Eichhörnchen in der Kunst

“Eichhörnchen begegnet Pelztasse” ist eine unterhaltsame Geschichte, die von Kai Artinger mit wunderbaren Zeichnungen illustriert wurde.

Linktipps:

Tierrechtler: Zeichnungen aus dem Gerichtssaal

“Seit bald einem Jahr pendelt Chris Moser aus einem Bergdorf nahe Wörgl in Tirol nach Wiener Neustadt - bis zu drei Mal pro Woche. Der Künstler ist einer der 13 Angeklagten im TierrechtlerInnen-Prozess. Um die Stunden im Schwurgerichtssaal auch künstlerisch zu verarbeiten, trägt er Zeichenblock und Buntstifte bei sich. Einige seiner Werke hat er derStandard.at zur Verfügung gestellt - wir bedanken uns herzlich.” Linktipp: derstandard.at