Lesungen, Gespräche, Interviews, Musik, Radio und eine Ausstellung mit internationalem Archivmaterial, Fotografien, Filmen und Zeitschriften. 1989 ist ein Schlüsseljahr in der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Nicht nur der Fall der Berliner Mauer wurde zur Zäsur mit weltweiten Folgen – auf allen Kontinenten ereigneten sich unvorhersehbare Umbrüche, deren Folgen bis heute nachwirken.
1989 – ein Jahr, das Geschichte geschrieben hat. Zwölf Monate, in denen sich beinahe nahtlos Umsturz an Umbruch reiht. Ein Jahr, in dem sich regionale Konflikte zu einem globalen Geflecht ordnen, das bis heute wirksam ist. Im Februar wird in Paraguay Alfredo Stroessner gestürzt, in Afghanistan ziehen die sowjetischen Truppen ab, in Venezuela leitet der „Caracazo“ – Plünderungen und Aufstände der Armen – in Südamerika den Aufruhr gegen den Neoliberalismus ein.
Am 19. April beginnt an der österreichisch-ungarischen Grenze mit der symbolischen Grenzöffnung das Ende des Eisernen Vorhangs, vom 11. – 14. Mai versucht Kaschmir die Unabhängigkeit, am 3. Juni stirbt Khomeini, am selben und am darauffolgenden Tag rollen Panzer über den Platz des Himmlischen Friedens und hinterlassen eine blutige Spur.

Abbildung: Still aus dem Film "The Gate of Heavenly Peace"
Im Haus der Kulturen der Welt sprechen vom 19. – 22. Februar 2009 Zeitzeugen, Protagonisten, Schriftsteller und Experten über die Zeit vor 20 Jahren und ihre Auswirkungen auf unsere Gegenwart und Zukunft. Die Kuratoren der einzelnen Themenreihen Nevim Çil, Manthia Diawara, Navid Kermani, Yang Lian und Silvia Fehrmann diskutieren mit dem russischen Starautor Vladimir Sorokin, dem iranischen Schriftsteller Ali Khodaii, der Literaturkritikerin Beatriz Sarlo oder der amerikanischen Soziologin Saskia Sassen.
Einen Einblick in die Entwicklung der Berichterstattung, nicht nur in ihren Ländern, geben der Journalist Ejaz Haider aus Pakistan sowie der direkt aus Kabul anreisende Faheem Dashty, Mitbegründer von Kabul Weekly. Wang Dan, Studentenführer und heutiger Unterzeichner der chinesischen Charta 8, spricht mit Tilman Spengler und anderen über die unvollendete Reise in’s Exil und wieder zurück.
Der erfolgreiche mexikanische Autor und Diplomat Jorge Volpi liest aus „Zeit der Asche“ über Frauen, die sich mit 1989 und den Folgen auseinandersetzen – eine exklusive Vorabpremiere der deutschen Übersetzung. Der nigerianische Literaturnobelpreisträger Wole Soyinka eröffnet zusammen mit dem Historiker Timothy Garton Ash die Thementage am 19. Februar. Im Anschluss daran wird die Chronologie der rumänischen Revolution von Harun Farocki und Andrej Ujica gezeigt.

Abbildung: Dr. Motte bei einem Tierrechts-Soli-Event
Weiterer Programmpunkt am 21.2.2009: Dr. Motte präsentiert: Party like it’s 1989 – ein einmaliges Revival der Love Parade, die 1989 zum ersten Mal in Berlin stattfand, den Soundtrack der Wiedervereinigung lieferte und elektronische Musik zum Exportprodukt Berlins machte.
Dr. Motte Website
Website TIRM
1989 – GLOBALE GESCHICHTEN
Thementage
Konferenz – Filme – Gespräche - Bilder
19. – 22. Februar 2009
Haus der Kulturen der Welt I (Eintritt frei)
Zeitplan: 1989 - GLOBALE GESCHICHTEN
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