Dieses Bild drückt die Vollendung
der Zweisamkeit aus. Der Kuss ist ein
wunderschönes Bild.
Regina Oprei
Eigentlich kann man den Kuss (den ersten)
gar nicht in ein zu betrachtendes Bild
bringen. Hier handelt es sich um ein schon
erwachsenes Paar und nicht den ersten
Kuss. Er, eingehüllt in einen Herrschermantel,
und mit sehr bewusst nehmenden Händen,
zeigt sein Gesicht nicht. Während
sie ganz mit geschlossenen Augen, aber
unsicher sich wie wehrenden Händen,
doch schmilzt in einer Fülle von
Sommerblumen zu ihren Füßen.
Der Hintergrund ist für Beide, wie
die Zukunft, wie ein goldener Nebel.
Shivta Wenkart
Bin sozusagen mit Klimt 'aufgewachsen',
war er doch irgendwie immer irgendwo
präsent mit seinem reichen,
dekorativen und plakativen Werk.
Dieses Kuss-Bild hatte für
mich immer schon etwas speziell
reizvolles und ich lächle beim
Anblick. Ein Bild wie kein anderes:
so viel sanftes, zärtliches,
aber auch wildes, mit dem fast zwanghaft
abgewandten Gesicht der Geliebten.
die Farben der Kleidung sind festlich,
reich, wundervoll, man möchte
sie anfassen, die Liebenden sind
schön, jung, biegsam, die Erotik
ist spürbar, ja fast berührbar...
dann hatte ich das große Glück,
eine Klimt-Ausstellung im Zürcher
Kunsthaus zu besuchen – und
seither bin ich NOCH mehr angesprochen
von seinen Bildern. Klimt, Kuss
– zwei Begriffe, die sich
nicht trennen lassen, noch viel
weniger, seit ich weiss, dass der
sehr tätige Klimt nicht nur
extrem erotische Bilder schuf, sondern
auch etliche außereheliche
Kinder. kurz: Klimt – jaaaaa,
immer, immer wieder – gerne!
Heidi Hunziker-Otth
„Der Kuss“, das berühmteste
Gemälde von Klimt stellt die harmonische
Vereinigung eines Menschenpaares dar.
Das Liebespaar findet Erlösung und
Erfüllung in einer innigen Verschmelzung.
Ihre Umarmung ist raum- und zeitlos, das
Sinnbild eines paradiesischen Zustandes.
In einem fließendem Gleichklang
von Linien und Formen lösen sich
die beiden Körper für immer
ineinander auf. Ein goldener Umhang mit
geometrischen Mustern bedeckt den männlichen
Körper, der scheinbar den zerbrechlichen
weiblichen Leib in sich aufnehmen will.
Der Frauenkörper rankt, einem zierlichen
Efeu gleich, an dem starken Mann empor.
Das Kleid der Frau ist blumengemustert.
Die dargestellten Figuren sind weitgehend
idealisiert und typisiert. Die Verwendung
der goldenen Farbe unterstreicht die Religiosität
und die Magie der Darstellung. Weltentrückt
kniet das Paar auf einem prächtigen
Blumenteppich, der im Kontrast zum grauen
Hintergrund steht. Insgesamt wirkt das
Bild in seinem harmonischen Kolorit sehr
ornamental.
Maria Costin
Aus Zweiheit wird eine Einheit,
das bewirkt der Kuß. Wundervoll
abgerundet dargestellt, zarte Farbigkeit
und glitzernde Steine, es funkelt
und alles wird schwerelos. Dieses
Bild vermittelt Glücklichsein
und immer wieder kann man es deshalb
betrachten und die eigenen Erinnerungen
kommen und gehen...
Bärbel Czapanski
Weitere, ausführlichere
Bildbetrachtungen von Heidemarie
Andrea Sattler und Susanne
Hell