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"Schließe die Augen
und lass dich entführen in das Land
der Liebe. Öffne sie erst wieder, nachdem
dich die Feder der Liebkosung gestreichelt
und der Mund der Versuchung geküsst
hat". Umschlungenes Miteinander, voll
von Liebe und Zuwendung, die Geborgenheit
vermittelt. Klimt versteht es meisterlich,
trotz zarter Töne, allein durch die
gewählten Strukturen die Aufmerksamkeit
des Betrachters auf die stille Verbundenheit
zu lenken.
Den ersten Eindruck vermittelt
der Mantel, der alles umfasst. Die kubistischen
Formen offerieren den männlichen Part,
der durch die dunklere Farbwahl auf den
ersten Blick zu dominieren scheint. Durch
den Einbezug von runderen Formen deutet
er jedoch auf eine Verbundenheit zum Weiblichen
hin.
Verstärkt wird dieser
Eindruck durch den Wechsel der Manteloptik,
die sich auf der Seite der Frau gänzlich
in weiche Rundungen verliert. Als
Pendant dazu kreiert Klimt die Bekleidung
der Frau bevorzugt in ovalen, runden
Mustern in Kombination von eingearbeiteten
eckigen Strukturen. Vermischung der
Formen und Farben als Element der
Darstellung von trautem Miteinander.
Die Körper selbst sind
mit äußerster Genauigkeit gezeichnet
und erregen so die Aufmerksamkeit des Betrachters,
obwohl sie nicht im Mittelpunkt des Bildes
liegen. Er entdeckt sie zumeist nicht auf
den ersten Blick und ist dadurch umso mehr
von dieser Zweisamkeit fasziniert. Der steil
nach unten fallende Blütenboden am
Ende der weiblichen Füße suggeriert
einen Abhang, von dem aus man in eine versteinerte,
monotone Welt voll Einsamkeit abrutschen
könnte.
Jedoch erwachsen am
Mantelsaum aus liebevoller Hingabe
und Vertrautheit neue Ranken, die
das Paar fester an das Leben binden.
Die monotone, versteinerte Umgebung
rückt in den Hintergrund und
der Boden, den die Liebenden berühren,
erwacht zu einem Blütenmeer.
Liebe, die sich nicht verstecken lässt,
sondern ihre wärmende, inspirierende
Farbenpracht in die Umgebung trägt.
Autorin: Heidemarie Andrea
Sattler
hsartconcept.de
Kommentar
von onlinekunst.de: Besonders
schön fanden wir die Eröffnung
mit dem passenden Zitat, die detaillierte
Auseinandersetzung mit dem Mantel sowie
die Beachtung der Symbolik von Formen und
Farben.
Linktipp:
Weitere, ausführliche
Bildbetrachtungen von Susanne
Hell und einige Kurzbetrachtungen
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