Der Computergarten am 11. August

Efeublätter. Foto von Inga Schnekenburger

Abbildung: Efeu. Foto von Inga Schnekenburger
Der an Hausmauern, an Bäumen und Gärten kriechende Efeu (Hedera helix)
zählt zu den ältesten Kult-, aber auch Kulturpflanzen

Die Heilpflanze: Efeu Die Geburtstagskinder
Bereits Hippokrates schwärmte von der Heilwirkung des Efeus bei Husten. Anwendungsgebiete: Bronchitis, Geschwüre, Gicht, Keuchhusten, Menstruationsprobleme, Rheuma, Zellulitis
  • Ernst Stadler
  • Michelangelo Unterberger

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Bauernregel: Wenn die Ameisen sich verkriechen, wird es bald vom Himmel gießen. Mehr Bauernregeln


Ernst (Maria Richard) Stadler

Geboren am 11. August 1883 in Colmar/Elsass, gestorben am 30. Oktober 1914 Zandvoorde bei Ypern.

Ernst Stadler

Ernst Stadler gründete den "Stürmer", gemeinsam mit Rene Schickele, Hans Koch, Otto Flake und anderen.

Stadler wuchs in Straßburg auf, wo sein Vater seit 1886 als Ministerialrat Kurator an der Universität war.

1902
Noch vor dem Abitur schließt er sich dem »Jüngsten Elsaß« an, einer Gruppe schriftstellerisch ambitionierter Altersgenossen. Freundschaftliche Beziehungen ergaben sich besonders zu dem Wortführer René Schickele und zu Otto Flake.
1906
Abschluss des Studiums der Germanistik, Romanistik und Vergleichenden Sprachwissenschaft in Straßburg und München. Promotion.
1906
Cecil-Rhodes-Stiftung nach Oxford
Habilitationsschrift über Wielands Shakespeare-Übersetzung
1908
/09 Lehrtätigkeit als Privatdozent an der Straßburger Universität
1909
/10 Zurück nach Oxford.
Danach als Dozent an die Université libre in Brüssel
1913
Berufung als associate professor nach Toronto

Sseine Dozentur sollte Ende September 1914 beginnen. Gleich zu Anfang des Ersten Weltkrieges wurde er jedoch einberufen und fiel nach drei Monaten. Am 30. Oktober 1914 erschlug ihn südöstlich von Ypern bei Zandvoorde eine Granate. Die Grabstätte ist auf dem Friedhof in Ruprechtsau.

Werkauswahl

1904 Praeludien (Gedichte)
1906 Über das Verhältnis der Handschriften D und G von Wolframs Parzival (Dissertation)
1910 Wielands Shakespeare (Habilitations-Schrift)
1913 Das Balzac-Buch. Erzählungen und Novellen (Übersetzung)
1913 Francis Jammes: Die Gebete der Demut (Übersetzung)
1914 Der Aufbruch (Gedichte)
1918 Charles Péguy: Aufsätze (Übersetzung)

Die Efeulauben flimmern

Der Sommermittag lastet auf den weißen
Terrassen und den schlanken Marmortreppen
die Gitter und die goldnen Kuppeln gleißen
leis knirscht der Kies. Vom müden Garten schleppen
sich Rosendüfte her - wo längs der Hecken
der schlaffe Wind entschlief in roten Matten
und geisternd strahlen zwischen Laubverstecken
die Götterbilder über laue Schatten.
Die Efeulauben flimmern. Schwäne wiegen
und spiegeln sich in grundlos grünen Weihern
und große fremde Sonnenfalter fliegen
traumhaft und schillernd zwischen Düfteschleiern.

Ernst Stadler, Mittag 1904

Im Treibhaus

Gefleckte Moose - bunte Flechten schwanken
um hoher Palmen fächerstarre Fahnen
und zwischen glatten Taxusstauden ranken
sich bleich und lüstern zitternde Lianen.

Gleich seltnen Faltern schaukeln Orchideen
und krause Farren ringeln ihr Gefieder
glitzernd von überwachsnen Wänden wehn
in Flocken wilde Blütenbüschel nieder.

Und kranke Triebe züngeln auf und leuchten
aus jäh gespaltner Kelche wirrem Meer
und langsam trägt die laue Luft den feuchten
traumschlaffen Duft der Palmen drüberher.

Und schattenhaft beglänzt im weichen
gedämpften Feuer strahlt der Raum
und ahnend dämmern Bild und Zeichen
für seltne Wollust - frevlen Traum.

Ernst Stadler, 1904

Efeu an einem Baum rankend.

Bild oben: Efeu an einem Baum rankend.
Digitalfoto von Inga Schnekenburger

An die Schönheit

So sind wir deinen Wundern nachgegangen
wie Kinder - die vom Sonnenleuchten trunken -
ein Lächeln um den Mund - voll süßem Bangen
und ganz im Strudel goldnen Lichts versunken -
aus dämmergrauen Abendtoren liefen.

Fern ist im Rauch die große Stadt ertrunken.
Kühl schauernd steigt die Nacht aus braunen Tiefen.
Nun legen zitternd sie die heißen Wangen
an feuchte Blätter - die von Dunkel triefen -

und ihre Hände tasten voll Verlangen
auf zu dem letzten Sommertagsgefunkel-
das hinter roten Wäldern hingegangen -
ihr leises Weinen schwimmt und stirbt im Dunkel.

Ernst Stadler, 1904

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Ein weiteres Geburtstagskind

Der Maler Michelangelo Unterberger, geboren am 11. August 1695 in Cavalese, gestorben am 27. Juni 1758 in Wien. Wirkungsorte: Passau, Wien. Werke z.B.: Hl. Sebastian, 1740-1757 und Tod der Maria, 1740-1757

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Hinweis: Die medizinischen Informationen ersetzen keine notwendige ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.


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Der Heilpflanzengarten im Computergarten. Idee und Text: Inga Schnekenburger 2005. Gestaltung: Match Moschus


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