Der Computergarten am 5. August

Abbildung: Apfel am Baum. Foto von Inga Schnekenburger

Abbildung: Apfel am Baum. Foto von Inga Schnekenburger
Der Apfel ist das Symbol des Lebens, der Liebe und der Fruchtbarkeit. Seiner Kugelform wegen war er das Sinnbild für die Vollkommenheit der Erde und des Kosmos. Mehr Mythologie bei weltbaum.de

Die Pflanze: Apfel Die Geburtstagskinder

Wie einige andere Heilpflanzen auch, kann der Apfel je nach Zubereitungsart ganz gegenteilige Krankheiten heilen. Er wirkt z.B. verdauungsfördernd, stopfend, anregend, beruhigend, harntreibend, appetitanregend und fiebersenkend. Er heilt innere Entzündungen und Darmbeschwerden. Außerdem ist Apfel-Tee ein beruhigender Nerventrank.

  • Christian Wagner
  • Ilja Jefimowitsch Repin

Apfelbaum und Apfel bei onlinekunst.de

Bauernregel: Regen an Mariä Schnee (5. August) tut dem Korn tüchtig weh. Mehr Bauernregeln

Ilja Jefimowitsch Repin: Apfel und Blätter.

Ernste Worte

O gräßlicher Irrthum der Menschen
zu wähnen, daß die Thierwelt blos um ihretwegen da sei und folglich rücksichtslos verbraucht werden dürfe. Wahrlich! Ein entsetzlicher Irrthum den zu bekämpfen ich als meine höchste Pflicht erachte.
jedes Wesen ist vor allem nur da
um sich seines Lebens zu freuen.

Christian Wagner

Abbildung links: Ilja Jefimowitsch Repin: Apfel und Blätter. 1879, Öl auf Leinwand, 64 × 75,5 cm. St. Petersburg, Staatliches Russisches Museum. Kommentar: Stilleben. Land: Rußland. Stil: Realismus. Mehr zum Künstler weiter unten

"In Warmbronn bei Stuttgart gründete ich mit anderen 1972 eine Gesellschaft, die das Geburtshaus des schwäbischen Dichters Christian Wagner (1835-1918) vor dem Verfall bewahrte, seine Werke neu veröffentlichte und, aus meiner Sicht, vor allem seine Leitidee »der möglichsten Schonung alles Lebendigen« ins öffentliche Bewusstsein rücken sollte. Sein Leben war das eines sehr armen Bauern, der, ähnlich Franz von Assisi, unendlich feinfühlig und seiner Zeit voraus war im Verbundensein mit dem Leben gerade auch der »stummen« Kreatur: »Einzustehen gewillt für das Recht des Lebendigen wider Satzung barbarischer Zeit erfleht ich der Göttlichen Beistand«. Und in seinem »Lied des Brahminen« heißt es: »Keine Mühe sollst Du jemals scheuen, Vögel und Gefangne zu befreien; keine Kosten, auf den Markt zu wandeln, Junge zu den Müttern rückzuhandeln.«"

Engagement für die Tiere in Recht und Politik - Was mir Tiere bedeuten. Von Eisenhart von Loeper
Quelle: tierrechte.de/Bundesverband Menschen für Tierrechte
Eisenhard von Loeper wurde 2005 das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Es gibt einen Christian-Wagner-Preis. Die bisherigen Träger des Preises sind die Autoren Richard Leising (1992, Berlin), Tuvia Rübner (1994, Israel), Johannes Kühn (1996, Saarbrücken), Karl Mickel (1998, Berlin), Friederike Mayröcker (2000, Wien) und Michael Donhauser (2002, Vaduz und Wien).

 

Weitere Kunstwerke mit Äpfeln

Andrea Mantegna: Freskenzyklus in der Camera degli Sposi im Palazzo Duccale in Mantua, Szene: Der Hof der Gonzaga, Detail: Paola Gonzaga, Jüngstes der Kinder.

Andrea Mantegna: Freskenzyklus in der Camera degli Sposi im Palazzo Duccale in Mantua, Szene: Der Hof der Gonzaga, Detail: Paola Gonzaga, Jüngstes der Kinder. 1474. Galerie: Palazzo Ducale, Mantua. Stil: Renaissance

Carl Schuch: Apfelstilleben. mit Äpfeln, Tellern und Weinglas

Carl Schuch: Apfelstilleben.
um 1870-1880.
Öl auf Leinwand
Galerie: Alte Nationalgalerie, Berlin
Stil: Realismus.
Stilleben

Bartolomé Esteban Perez Murillo: Mädchen mit Früchten und Blumen.  (Apfelkorb)

Bartolomé Esteban Perez Murillo: Mädchen mit Früchten und Blumen. 1655-1660.
76 x 61 cm
Öl auf Leinwand
Galerie: Puschkin-Museum der bildenden Künste, Moskau. Stil: Barock

Gerard ter Borch d. J.: Die Apfelschälerin.

Gerard ter Borch d. J.:
Die Apfelschälerin.
2. Drittel 17. Jh.
36,3 x 30,7 cm
Leinwand auf Holz
Galerie: Kunsthistorisches Museum, Wien
Stil: Barock. Genremalerei

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Weitere Bilder mit Mutter und Kind auf unseren Muttertagsseiten


5. August

Christian Wagner - ein Urvater der Naturethik

Biographie

Der 1835 geborene Dichter Christian Wagner, der sein ganzes Leben im schwäbischen Warmbronn, unweit von Stuttgart, verbrachte, blieb der exotische Kauz aus der kargen Bauernstube, eine Randfigur der deutschen Literatur. Wenig beachtet wurde Wagner als einer der Urväter der Ökologiebewegung und Begründer einer eigenen Naturethik. Die Erkenntnis, dass die Natur um ihrer selbst willen und nicht nur im Hinblick auf ihre Ausbeutbarkeit geschützt werden müsse, wie dies der Begriff von der "Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen" impliziert, war Wagner vor über 100 Jahren schon selbstverständlich.

Wagners Reinkarnitionsidee hat eine verblüffend materialistische Grundlage. Durch den ständigen Austausch der Atome in der Natur könne der Mensch seinen Vorfahren, ja sogar sich selbst in jeder Kreatur begegnen: "Kannst du wissen, ob von deinem Hauche nicht Atome sind am Rosenstrauche Ob dein einstig Kindesathemholen Dich nicht grüßt im Duft der Nachtviolen?"

Welt, Natur und Ich bilden ein unendlich dichtes Beziehungsgeflecht, worin alles mit allem verbunden ist. Moderne Chaostheorien entwickeln heute ähnliche Vorstellungen. Mit fünfzig Jahren hat Christian Wagner sein erstes Buch veröffentlicht, "Sonntagsgänge", in dem auch das Gedicht von den fröstelnden Anemonen steht.

Das Leben, das er bis dahin geführt hatte, war arm, eng und voll Verborgenem gewesen. Sein Vater war Schreiner und Bauer. Er besuchte die Volksschule mit so viel Erfolg, dass die Familie ihn aufs Lehrerseminar nach Esslingen schickte. Lang konnte er dort nicht bleiben. Der Vater starb. Er musste das elterliche Anwesen übernehmen und blieb Zeit seines Lebens Bauer. Obwohl er als Bauer der Natur ihre Güter schwer abringen musste, setzt er seinen "Neuen Glauben" im Alltag konsequent um.

"Unkraut" ließ er stellenweise auf seinen Äckern wachsen. Tiere bekamen das Gnadenbrot, Gänse wurden mit dem letzten Geld vom Gestopftwerden losgekauft und blieben 35 Jahre seine treuen Begleiter, ein Birkenwäldchen wollte er kaufen, nur um es vor der Abholzung zu bewahren.

Beispiel:

Warmbronn, 9. Februar 1909, Bittgesuch an das erehrl. Schultheißenamt und Gemeindekollegium

"Noch eine weitere Bitte wage ich vorzubringen: Es würde mir sehr, sehr leid tun, so die prächtige Birkengruppe, das kleine Birkenwäldchen auf der untersten Ecke der früheren Schafweide dicht am Weg nach Magstadt dezimiert oder gar ausgetilgt würde. Um demselben seine weitere Existenz zu sichern, sonst aus keinem andern Grund, bitte ich, mir dasselbe käuflich zu überlassen, um einen frommen Birkenkult darauf pflegen zu können. Auch würde es für fremde Besucher einen Anziehungspunkt bilden. - Im äußersten Falle, so es nicht kaufbar wäre, möchte ich es pachtweise übernehmen.

Achtungvollst, Christian Wagner"

"Wurde von dem bürgerlichen Kollegium nicht genehmigt."
Schultheiß Hering

Grausamkeiten bei der Viehzucht...

"Ferner: die sorgfältige Belehrung, geradezu ängstliche Prüfung darüber, ...welches Futter am besten geeignet sei, die Schlachtreife herbeizuführen usw. - Ferner: dass in Orten, die nahe einer größeren Stadt liegen, wo die Milch gut verwertet werden könne, es dringend zu empfehlen sei, möglichst bald die Kälber dem Metzger zu geben, da die Milch sich dort besser bezahlt mache. Als ob nicht das Junge von Natur aus das erste Anrecht auf die Milch seiner Mutter hätte! Als ob nicht der Todsünden schwerste die wäre, einer Mutter ihr Kind zu nehmen!"

Einem Bauernfunktionär seiner Zeit, der von solchen Vorwürfen nichts wissen wollte, erwiderte Christian Wagner: "Ich will lieber ein barmherziger Heide sein als ein unbarmherziger Christ."

Wagner arbeitete sein ganzes Leben nach dieser Grundhaltung und an einer neuen Kultur, "die in dem Grundsatz gipfelt, nie und nirgends Qual zu schaffen. Er verbindet ethische Appelle mit prophetischen Weltuntergangsvisionen und Bildern eines kommenden Friedensreiches. Selbst diese Bilder verwundern durch ihre Aktualität. Sogar die drohende Klimakatastrophe scheint da erahnt zu werden.

Als Wagner 1918 starb, war der 1. Weltkrieg auch in Warmbronn zu hören. Wagners Werk ist im Jürgen-Schweier-Verlag, Kirchheim/ Teck erschienen. Weitere Publikationen zu Christian Wagner erschienen bei der Christian-Wagner-Gesellschaft, Buchfinkenweg 6, 71229 Leonberg.

Quelle und weiterführende Informationen: Zusammengestellt, zitiert und ergänzt nach einem Beitrag von Dieter Walz, "Von der möglichsten Schonung für alles Lebendige" in der Zeitschrift "eco-regio" sowie aus "Ethische Rundschau" und aus FAZ vom 18.06.1977. Michael Theis, Fachdienst Naturschutz. Linktipp: uvm.baden-württemberg.de

 

Urvater der Naturethik: Christian Wagner

Hermann Hesse, Kurt Tucholsky und andere Schriftstellerkollegen haben sich für sein Werk eingesetzt.

 

Christian-Wagner-Haus Warmbronn

Christian-Wagner-Straße 3
71229 Leonberg-Warmbronn
Tel.:07152/949094
Fax:07152/949095

Öffnungszeiten: Sonntag 11-13 Uhr und nach Vereinbarung. Eintritt frei. Sonderführungen nach Absprache.

Das Christian-Wagner-Haus wurde im Jahr 1983 nach seiner Renovierung als Museum und Gedenkstätte für den Warmbronner Dichter eingeweiht.

Im Christian Wagner-Haus befinden sich die Original-Wohnstuben des Dichters Christian Wagner. Im Obergeschoss wurde von der Arbeitsstelle für Literarische Museen (Deutsches Literaturarchiv Marbach) eine Dauerausstellung über Leben und Werk Wagners eingerichtet.

Druckschriften und Bücher von und über Christian Wagner stehen im Eingangsbereich des Hauses zum Verkauf.

Der im Obergeschoss gelegene Vortragsraum dient Konzerten, Autorenlesungen, Werkstattgesprächen und Sonderausstellungen, die von der Christian-Wagner-Gesellschaft veranstaltet werden.

Ein kleiner Bauerngarten hinter dem Dichterhaus erinnert an die ausgeprägte Naturliebe Christian Wagners. Hier findet sich auch eine Vielzahl von Pflanzen, die in Christian Wagners Gedichten Eingang gefunden haben.

Linktipp: Christian Wagner Gesellschaft

Werke online beim Gutenberg-Projekt - Christian Wagner: Kleine Geschichten aus meiner Jugendzeit - alphabetisch nach Titeln

  • 's alte Müllermichels
  • Der »Zuderhänder und Vonderhänder«
  • Der Herr Weiland
  • Der Röckle
  • Der alte Mauch
  • Die Marterstiefel
  • Die Wirtsbuben
  • Eigenbrötler und Kienleute
  • Steinhilbers Kinder

Rose und Stern

Nur ein Röslein fand ich in dem Grase
Auf dem Pfade durch den Wald gewunden,
Wie der Seher auf der Himmelsstraße
Irgendeine Wunderwelt gefunden.

Und doch bist du Stern der Waldesgassen
Wie du Rose in den Himmelsbreiten
Nur ein Einen und Zusammenfassen
Ungezählter Weltenseligkeiten.

Aber schmerzhaft zuckt mirs nach dem Innern,
Und das Herz will mirs zusammenpressen,
Daß von beiden nur ein kurz Erinnern
Überbleiben soll vor dem Vergessen.

Christian Wagner

Linktipp: Tiere bei onlinekunst.de

Herzliche Grüße an Heiko Weber von der TIRM - Tierrechtsinitiative Rhein-Main, der auch heute Geburtstag hat!

Buchtipps

Tausend Male werd ich auferstehen. Ein Motiv bei Christian Wagner. In: Harald Hepfer, Ulrich Keicher, Jürgen Schweier (Hg.): Es gibt Sonnen genug. Geburtstagsbuch für Christian Wagner. Kirchheim/Teck 1985. S. 94 - 109.

Freude am Gedicht. Zwölf Deutungen.
Frankfurt/Main (S. Fischer) 1952
1.-10.T., Bro. auch als Leinenausgabe, 91 S. Umschlag gestaltet von Otl Aicher
Interpretationen zu Gedichten von Mörike, Ricarda Huch, Hofmannsthal, Keller, Werfel, Morgenstern, Goethe, Hölderlin, Tersteegen, Christian Wagner, Carossa und eines Volksliedes.

 

Weitere Kunstwerke von Ilja Jefimowitsch Repin

Ilja Jefimowitsch Repin: geboren am 5. August 1844 in Tschugujew (Gouvernement Charkow), gestorben am 29. September 1930 Kuokkala (Finnland). Wirkungsorte: St. Petersburg, Moskau, Cuguev, Italien, Frankreich

Stichworte

  • Symbolpflanze
  • Bäume
  • Obst

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Hinweis: Die medizinischen Informationen ersetzen keine notwendige ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.


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Der Heilpflanzengarten im Computergarten. Idee und Text: Inga Schnekenburger 2005. Gestaltung: Match Moschus


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