Der
Computergarten
am 2. August:
Hauswurz und Aloe Vera
Abbildung
oben: Hauswurz. Foto von Inga
Schnekenburger
Die
Pflanzen: Hauswurz und Aloe Vera
Die
Geburtstagskinder
Die heimische
Hauswurz wirkt bei den gleichen
Anwendungsgebieten wie Aloe vera.
Aberglaube: Es soll sich bei dieser
Art um eine magische Pflanze handeln,
die vor Unwetter (Donnerwurz)
schützt. Daher wurde sie
auf Mauern und Dächern angepflanzt
(lat. tectorum = auf Dächern
wachsend). Mehr
über Aloe Vera
Johannes Jacob Scheuchzer
Frédéric Auguste
Bartholdi
Marianne Weber
Bauernregel:
Fängt der August mit Hitze an,
bleibt sehr lang die Schlittenbahn.Mehr
Bauernregeln
Johannes
Jacob Scheuchzer (1672-1733)
Johann Jakob Scheuchzer
wurde am 2. August 1672 als Sohn eines
Stadtarztes in Zürich geboren.
Die reformierte Geistlichkeit dominierte
das Leben. So galten etwa Tanz und Theater
als unsittlich und waren verboten. Der
Stadtarzt und Physikprofessor Johann
von Muralt glaubte noch fest an Hexen.
Scheuchzer war ein aufgewecktes
Kind. So gab man bereits den Dreijährigen
in die Deutsche Schule. Künftige
Medizinstudenten wurden von den Ärzten
der Stadt durch Privatunterricht auf
die Universität vorbereitet. Scheuchzers
Vater, der ja auch Arzt war, starb tragischerweise,
als sein Sohn sechzehn wurde. So behalf
sich Scheuchzer viel durch Selbststudium,
bis er an die Universität kam.
Die Anstellung in einem Züricher
Waisenhaus ermöglichte ihm, einen
eigenen Hausstand zu gründen. Am
9.11.1697 ehelichte er die um zwei Jahre
ältere Susanna Vogel. Zu Scheuchzers
Amtsobliegenheiten gehörte auch
die Sorge für die Bürgerbibliothek
und die Kunst- und Naturalienkammer.
Wie es seine Art war,
ging er sofort mit Eifer an die Abfassung
eines großen beschreibenden Katalogs
der Naturalien. Diese Arbeit brachte
ihn auf die Idee, sich auch der Kunstkammer
Gottes zu widmen, wie sie in Form der
Alpen und seiner Schweizer Heimat vor
ihm lag. Er plante eine umfassende naturkundliche
Beschreibung der Schweiz. Zu diesem
Zweck unternahm er in Begleitung von
Schülern und Freunden zahllose
Exkursionen in die Alpen. Um die Erforschung
der Alpenwelt auf eine breitere Basis
zu stellen, verfasste Scheuchzer 1697
einen detaillierten Fragenkatalog, die
"Charta invitatoria".
Gefragt wird hier etwa nach Temperatur,
Wetter, Hagel, Schneefall, Mineralquellen,
Pflanzen, Tieren, Fossilien usw.
Er ließ diesen Katalog
über Freunde breit streuen. Vor
allem strebte er die Mitarbeit der Ärzte
und Geistlichen auf dem Lande an. Die
Resonanz war ernüchternd gering.
Auf allen Reisen achtete Scheuchzer
auf Versteinerungen und sammelte diese.
Scheuchzer war es sehr um die Hebung
der allgemeinen Volksbildung zu tun.
So veröffentlichte er seine schweizerischen
naturkundlichen Forschungen 1705-1707
auch in der Form eines populär
gehaltenen Wochenblattes, den "Seltsamen
Naturgeschichten des Schweizer-Lands
wochentliche Erzehlung".
Hier steht auch der berühmte Artikel
über das "Schweizer Heimweh
oder die Nostalgia". Scheuchzer
führt es auf den höheren Luftdruck
im flacheren Ausland zurück!
Scheuchzer trug sich spätestens
seit 1720 mit dem Gedanken an eine
"Physica sacra",
das heißt, eine Darstellung
und Erklärung aller naturkundlichen
Realien, die in der Bibel vorkommen.
Als ersten Versuch bearbeitete er
das Buch Hiob, in dem Werk "Jobi
physica sacra, oder Hiobs Natur-Wissenschaft
verglichen mit der heutigen"
(Zürich 1721). Dieser Versuch
sollte auch die Reaktion der Geistlichkeit
testen. Die ließ nicht auf sich
warten. Die Zensur verweigerte die
Druckgenehmigung, falls er nicht die
kopernikanische Lehre und andere Anstößigkeiten
entfernte. Er musste sich fügen.
Doch der Erfolg beim Publikum ermutigte
ihn, Hand an sein letztes und größtes
Werk zu legen. Die "Physica sacra"
ist eine gigantische Leistung, allein
schon physisch betrachtet. Sie ist
ein Koloss von 4 Foliobänden,
2098 Seiten stark, mit 750 Kupfern.
Scheuchzer fasste den Text lateinisch
und deutsch ab. Die Vorlagen für
die Kupferstiche zeichnete der Züricher
Kunstmaler Johann Melchior
Füssli. Nicht minder
genial sind die von unerschöpflicher
Erfindungskraft zeugenden allegorischen
Bordüren des Nürnberger
Künstlers Johann Daniel
Preissler. Eine ganze Mannschaft
von Kupferstechern übertrug die
Zeichnungen auf die Druckplatten.
Der berühmte Augsburger Johann
Andreas Pfeffel in Augsburg
übernahm den Verlag.
Scheuchzer konnte noch das Manuskript
abschliessen, die Vollendung der Drucklegung
erlebte er nicht mehr. Die lateinische
und die deutsche Ausgabe erschien
1731-1735 in Augsburg. Wenig später
folgten eine französische und
eine holländische. Scheuchzer,
als Theologe nicht ausgewiesen, führt
zu seiner Absicherung im Vorwort auf
30 Seiten nicht weniger als 287 Gewährsleute
auf, darunter zahlreiche von der Kirche
anerkannte Theologen. Jede Bibelstelle
wird in der Lutherschen wie in der
Züricher Übersetzung geboten.
Von Pfarrer Miller stammt eine Unzahl
einleitender, verbindender und zusammenfassender
Verse, deren oft unfreiwillige Komik
das Vergnügen des heutigen Lesers
erhöht. Den Höhepunkt aber
bilden natürlich die 750 großartigen
Kupfer Füsslis. Die "Physica
sacra" ist ein Meisterwerk barocker
Buchkunst.
Beschreibung der Natur-Geschichten
des Schweizerlands.
Seltsamer Naturgeschichten
Des Schweizer-Lands Wochentliche
Erzehlung. Zürich 1706.
Natur-Geschichten Des Schweizerlands.
Zürich 1707.
Enthaltende vornemlich
eine Uber die höchsten
Alpgebirge An. 1705 gethane
Reise. Zürich 1708.
Helvetiae Stoicheiographia,
Orographia Et Oreographia,
Oder Beschreibung Der Elementen,
Grenzen und Bergen des Schweitzerlands.
Der Natur-Histori des Schweitzerlands
1. Th. Zürich 1716.
Hydrographia Helvetica.
Beschreibung Der Seen, Flüssen,
Brunnen, Warmen und Kalten
Bäderen und anderen Mineral-Wasseren
des Schweitzerlands. Der Natur-Histori
d. Schweitzerlands Th. 2.
Zürich 1717.
Meteorologia et Oryctographia
Helvetica, Oder Beschreibung
Der Lufft-Geschichten, Steinen,
Metallen und anderen Mineralien
des Schweitzerlands, absonderlich
auch der Uberbleibselen der
Sündfluth. 3. Oder eigentlich
6. Th. d. Natur-Geschichten
des Schweitzerlands. Zürich
1718.
Physica, Oder Natur-Wissenschaft.
Th. 1/2. Zürich 1701.
Kern Der Natur-Wissenschaftt.
Th. 1/2. Zürich 1711.
Physica, oder Natur-Wissenschaft.
Neue, verm. Aufl. Th. 1.2. Zürich
1729.
Physica, oder Natur-Wissenschaft.
4. Aufl.; in welcher die Schreib-Art
des sel. Hrn. Verf. durchaus mit
vieler Sorgfalt nach der hochdeutschen
Mund-Art verbessert. Th. 1.2.
Zürich 1743.
Specimen lithographiae Helveticae
curiosae, Quo Lapides ex Figuratis
Helveticis Selectissimi Aeri incisi
sistuntur et describuntur. Tiguri
1702.
Herbarium diluvianum. Ed. novissima,
duplo auctior. Lugduni Batavorum
1723.
Sciagraphia lithologica curiosa,
seu lapidum figuratorum nomenclator.
Gedani 1740.
Kupfer-Bibel, In welcher Die
Physica Sacra Oder Geheiligte
Natur-Wissenschafft Derer In Heil.
Schrifft vorkommenden Natürlichen
Sachen, Deutlich erklärt
und bewährt. Abth. 1-4. Augspurg
1731-1735.
Bild: Bernardo Strozzi: Gambenspielerin,
um 1630-1640, 125 x 99 cm.
Dresden, Gemäldegalerie. Land:
Italien, Stil: Barock
Weitere Geburtstagskinder
Frédéric
Auguste Bartholdi
französischer Bildhauer (2.
August 1834 - 4. Oktober 1904).
Bartholdis bekanntestes Werk ist
die Freiheitsstatue auf Liberty
Island, New Jersey, die ursprünglich
Bartholdi-Statue hieß. Linktipp:
Www.musee-bartholdi.com
Marianne
Weber (geb. Schnitger)
deutsche Frauenrechtlerin und
Soziologin (2. August 1870 - 12.
März 1954). Von ihr stammt
das bisher bedeutendste deutschsprachige
Werk zur Rechtsgeschichte der
Frauen. Ihre umfangreiche Übersicht
über "Ehefrau und Mutter
in der Rechtsentwicklung"
(1907) ist bis heute unübertroffen. Linktipp:
Juristische Fakultät Uni
Hannover. Linktipp: Mütter
in Kunst und Kultur - Muttertagsseite
bei onlinekunst.de
Gestorben am 2. August:
Bernardo
Strozzi, genannt: il Cappuccino.
Geboren 1581 in Genua
gestorben am 2. August 1644 in
Venedig. Wirkungsorte: Genua und
Venedig.
Bild oben:
Pietro Longhi: Der Apotheker.
Auf dem Boden steht eine Aloe-Vera-Pflanze.
um 1752, Öl auf Leinwand,
60x48 cm. Venedig, Ca' Rezzonico.
Genremalerei. Land: Italien. Stil:
Rokoko.
Aloe Vera-Buchtipp
Menschen
greifen seit Jahrtausenden zu Mitteln
aus der Natur, um körperliche
Leiden und auch seelische Disharmonien
zu lindern und zu heilen. Die einseitige,
häufig nur symptomorientierte
medizinische Sichtweise unserer
Zeit verdrängt allzuoft eine
ganzheitliche, naturbezogene Behandlungsweise
der alten Heilkundigen.
Deshalb
brauchen wir wieder mehr aufgeschlossene
Wissenschaftler, Ärzte und
Heilpraktiker, die Vertrauen in
die Geschenke der Natur und in die
Selbstheilungskräfte des Körpers
setzen.
Heutzutage weiß man beispielsweise
um die schmerzlindernde, reinigende,
kräftigende, regenerierende,
immunstärkende Eigenschaft
der Wüstenlilie Aloe Vera.
Rätselhaft
bleibt zum großen Teil das
wunderbare Zusammenspiel der mittlerweile
160 gefundenen Bausteine dieser
heilbringenden Pflanze.
Zur
Stärkung des Abwehrsystems,
bei allen Hautproblemen, bei radioaktiven
Strahlenschäden, medizinischen
Strahlenverbrennungen, Arthrosen,
Diabetes, Arteriosklerose, Herzleiden,
Immunschwäche, selbst bei Krebs
wird Aloe Vera in Amerika seit 10
Jahren mit großem Erfolg von
Ärzten zur Steigerung der Abwehrkräfte
eingesetzt.
Was sie sonst noch kann, erfahren
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Hinweis: Die medizinischen Informationen ersetzen keine notwendige
ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.
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Der Heilpflanzengarten im Computergarten. Idee und Text: Inga Schnekenburger
2005. Gestaltung: Match Moschus