Der Computergarten am 1. August

Abbildung: Foto vom Schöllkraut (Chelidonium majus) von Inga Schnekenburger

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Räucherpflanzen haben eine alte Tradition. Doch nicht nur Weihrauch kann geräuchert werden, sondern z.B. auch Schöllkraut. Diese alte Arzneipflanze ist stark giftig! Linktipp zu Zauberpflanzen/Räucherpflanzen

Räucherpflanzen, z.B. Weihrauch Die Geburtstagskinder

Keine ayurvedische Pflanze wurde so genau untersucht wie Weihrauch. "Die Pflanze ist antibakteriell, antirheumatisch und antitumoral, entzündungshemmend und schmerzlindernd. Erfolge bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, Morbus Crohn, Bauchkrämpfen und Durchfällen, aber auch bei Nesselsucht, Schuppenflechte, Tumoren, Gehirnödemen, Asthma und Hepatitis." Linktipp: Heilpflanze.ch

  • Ernst Jandl
  • Jean Baptiste de Monet Lamarck
  • Lorenz Oken
  • Heinz Ellenberg
  • Sebastiano Ricci

Bauernregel: An Petri Kettenfeier (1. August) gehen die Störche fort. Mehr Bauernregeln


Ernst Jandl (1. August 1925 - 9. Juni 2000)

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Ernst Jandl war Lyriker, Hörspiel- und Dramenautor. Er wurde am 1. August 1925 in Wien geboren, er starb am 9. Juni 2000 in Wien. Nach Abschluss des Gymnasiums wurde der Sohn eines Bankbeamten 1943 zum Kriegsdienst eingezogen. 1945 geriet er in amerikanische Gefangenschaft und kam nach England.

Hier wurde er erstmals mit neuerer amerikanischer Literatur bekannt (Gertrude Stein, Carl Sandburg). 1946 ist er nach Wien zurückgekehrt und begann das Studium der Germanistik und Anglistik, dass er 1949 mit der Lehramtsprüfung und 1950 mit einer Dissertation über Die Novellen Arthur Schnitzlers abschloss. Seine Tätigkeit als Lehrer an Wiener Gymnasien übte er bis 1979 aus.

Dazwischen führten ihn Lehraufträge oder Vortragsreisen nach England, Berlin und in die USA. 1971 war Ernst Jandl Gastprofessor an der University of Texas in Austin, von Oktober bis Dezember 1984 Gastprofessor an der Frankfurter Universität (Frankfurter Poetik-Vorlesungen). Inhaltlich und formal waren seine Texte von Brecht beeinflusst. Einfach und kritisiert er in prosanahem freien Rhythmus gesellschaftliche Entwicklungen und Konventionen.

Die scheinbare Simplizität der Gedichte, ihr Hang zur Aussparung und die schlichte Sprache verbergen ihre Hintergründigkeit. Wesentlich für die Bekanntheit und Beliebtheit seiner Sprachexperimente ist Jandls Vortragskunst, mit der er das Publikum bei Lesungen, aber auch per Schallplatte, Ton- und Videoband begeisterte. Mit den erarbeiteten experimentellen Techniken versuchte sich Jandl andere Medien zu erschließen: Auch zum »Neuen Hörspiel« leistete er bedeutende Beiträge. Zusammen mit Mayröcker wurde ihm 1968 der Hörspielpreis der Kriegblinden für das gemeinsame Stück Fünf Mann Menschen (Neuwied/Bln. 1971. Erstsendung SWF 1968) zugesprochen.

Jandls Alterslyrik verdüsterte sich zunehmend; es waren Elegien voller Angst, Einsamkeit und Resignation. Dichten erschien Jandl mehr und mehr als "widerlicher Lebenszweck", auch wenn die Qual mehr erarbeitet als erlitten schien. Je mehr er als kauziger Sprachclown missverstanden und mit Preisen gekrönt wurde, desto müder und mürrischer zog er sich zurück. In den beiden zuletzt erschienenen Lyrikbänden Jandls klingen Motive von Aus der Fremde deutlich an: Gedanken von Düsterkeit und Depression, von Selbstverachtung bis zu Selbstzerstörung kreisen um die Themen Tod und Vergänglichkeit. Es wird ein anscheinend unaufhebbarer Pessimismus zum Ausdruck gebracht. Benedikt Erenz bemerkte anlässlich des Erscheinens des selbstporträts des schachspielers als trinkende uhr (Darmst. 1983): »ich hatte mich auf dieses Buch gefreut; auf das nächste freue ich mich nicht mehr, ich fürchte es.« Am 9. Juni 2000 starb er 74jährig an einem Herzversagen in Wien.

Linktipp und Quellenverweis: Ausführliche Biographie bei zum.de

Ernst Jandl war Mitglied...

  • der Akademie der Künste (Berlin)
  • der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung (Darmstadt)
  • des Forum Stadtpark (Graz)
  • der Bayerischen Akademie der Künste (München)
  • des Österreichischen Kunstsenats
  • der Internationalen Erich Fried Gesellschaft für Literatur und Sprache sowie Mitbegründer der Grazer Autorenversammlung.

Auszeichnungen

1968 Hörspielpreis der Kriegsblinden, gemeinsam mit Friederike Mayröcker
1974 Georg Trakl Preis für Lyrik
1976 Preis der Stadt Wien für Literatur
1978 Österreichischer Würdigungspreis (Staatspreis)
1980 Mülheimer Dramatikerpreis für "Aus der Fremde"
1982 Manuskripte Preis des Landes Steiermark
1982 Anton-Wildgans Preis der Österreichischen Industrie
1984 Großer Österreichischer Staatspreis
1984 Georg-Büchner-Preis
1985 Preis der Deutschen Schallplattenkritik für BIST EULEN?
1986 Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold
1987 Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor
1988 Deutscher Kleinkunstpreis
1989 Frankfurter Hörspielpreis
1990 Peter-Huchel-Preis für das Buch Idyllen
1990 Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst
1991 Erich Fried Ehrung der Internationalen Erich Fried Gesellschaft Wien
1993 Heinrich von Kleist Preis für Literatur der Kleist Stiftung Berlin
1993 Friedrich Hölderlin Preis für Literatur der Stadt Homburg
1995 Großer Preis der Stadt Budapest

Bibliographie

Andere Augen, G. 1956;
lange gedichte. Stgt. 1964.
klare gerührt. Frauenfeld 1964.
mai hart lieb zapfen eibe hold. London 1965.
Sprechgedichte/Sound Poems. London 1965.
Hosi-Anna. Bad Homburg 1966.
Laut und Luise, G. 1966;
No Music Please. London 1967.
sprechblasen. Neuwied/Bln. 1968.
Fünf Mann Menschen, H. (1968, m. F. Mayröcker);
Der Gigant, H. (1969, m. ders.);
Der künstliche Baum, G. 1970;
Spaltungen, H. (1970);
Die Auswanderer, H. (1970);
Das Röcheln der Mona Lisa, H. (1970);
Der Uhrensklave, H. (1971);
flöda u. der schwan. Stierstadt/Taunus 1971.
übung mit buben. Bln. 1973.
die männer. ein film. Düsseld. 1973.
Dingfest, G. 1973;
Die Männer, Prosa 1973;
serienfuss. Darmst./Neuwied 1974.
wischen möchten. Bln. 1974.
für alle. Ausw. Darmst./Neuwied 1974.
der versteckte hirte. Düsseld. 1975.
Alle freut, was alle freut. Ein Märchen in 28 Gedichten. Köln 1975.
Die schöne Kunst des Schreibens, Rdn. 1976;
Die Humanisten, Dr. 1976;
Die Bearbeitung der Mütze, G. 1978;
Aus der Fremde, Dr. 1980;
der gelbe hund. Darmst./Neuwied 1980.
falamaleikum. Darmst./Neuwied 1983.
Selbstporträt des Schachspielers als trinkende Uhr, G. 1983;
Das Öffnen und das Schließen des Mundes, Vorlesg. 1985. - GW, III 1985.
Ges. Werke. Gedichte, Stücke, Prosa. Hg. Klaus Siblewskl. 3 Bde., Darmst./Neuwied 1985.

 

Diskographie

1991 Ernst Jandl & Band CD LIEBER EIN SAXOPHON
1994 Ernst Jandl & Erich Meisner CD STANZEN

Weitere Geburtstagskinder am 1. August

Jean Baptiste de Monet Lamarck

Geboren am 1. August 1744, gestorben am 18.12.1829: Französischer Naturforscher. Er studierte Naturwissenschaften und Medizin in Paris (1766-1771). 1779 wurde er in die Akademie der Wissenschaften berufen. In den Jahren 1780 und 1781 inspizierte er im Regierungsauftrag ausländische Gärten und Museen. 1792 wurde er Professor für die Naturgeschichte der niederen Tiere am Pariser Jardin des Plantes. Er begründete den "Lamarckismus", eine Hypothese, nach der sich bestimmte Merkmale von Lebewesen durch die Wirkung von Umwelteinflüssen verändern und diese Veränderungen auf die Nachkommen vererbt werden, wenn sie bei beiden Elternteilen auftreten. Die Theorie wurde widerlegt, gilt aber als Vorläufer des Darwinismus. Linktipp: www.ngfg.com

Lorenz Oken

Geboren am 1. August 1779 in Bohlsbach bei Offenburg, gestorben am 11. August 1851 in Zürich. Lehrtätigkeit: 1807-1819 in Jena, 1821-22 in Basel, 1827-1832 in München, 1833-1851 in Zürich. Eigentlich hieß der Naturforscher nicht Oken, sondern Okenfuß; "um den Spöttereien über den ganzen auszuweichen", verkürzte Oken seinen Namen. Der Bauernsohn studierte in Freiburg Medizin. Okens Forschungen erstreckten sich über alle Bereiche der Natur und waren mit zahlreichen neuen Beobachtungen in der Anatomie, Physiologie und Zoologie verbunden, galten aber vor allem der Naturphilosophie. Den Naturwissenschaften wurde von Oken ein hoher Bildungswert zugesprochen. Natur und Geist seien ursprünglich identisch, Leben besitze Geltung für die gesamte Natur, Entwicklung dürfe aber nicht als stammesgeschichtliche Abstimmung verstanden werden. Linktipp: Tiscalinet/Biographien

Heinz Ellenberg

1. August 1913 - 2. Mai 1997. Biologe, Botaniker, Landschaftsökologe. Linktipp: Wikipedia

Im Schlaf

er traf einen baum.
er baute darunter sein haus.
er schnitt aus dem baum
einen stock heraus.
der stock wurde seine lanze.
die lanze wurde sein gewehr.
das gewehr wurde seine kanone.
die kanone wurde seine bombe.
die bombe traf sein haus und riss
den baum an den wurzeln aus.
er stand dabei und staunte,
aber auf wachte er nicht.

Ernst Jandl

Hitliste der Jahrhundertdichter
Die wichtigsten Dichter des 20. Jahrhunderts
Quelle: DasGedicht, Zeitschrift für Lyrik, Essay und Kritik 7

Deutscher Sprachraum

  • 1. Gottfried Benn
  • 2. Paul Celan
  • 3. Bertolt Brecht
  • 4. Rainer Maria Rilke
  • 5. Georg Trakl
  • 6. Ingeborg Bachmann
  • 7. Ernst Jandl
  • 8. Günter Eich
  • 9. Friederike Mayröcker
  • 10. Hans Magnus Enzensberger

International

  • 1. Ezra Pound
  • 2. Guillaume Apollinaire
  • 3. Osip Mandel'tam
  • 4. Inger Christensen
  • 5. Giuseppe Ungaretti
  • 6. Pablo Neruda
  • 7. William Carlos Williams
  • 8. Anna Achmatova
  • 9. Seamus Heaney
  • 10. Thomas Stearns Eliot

 

Sebastiano Ricci, Ausschnitt aus: Anbetung der Heiligen Drei Könige

Abbildung links: Sebastiano Ricci, Ausschnitt aus: Anbetung der Heiligen Drei Könige Infos zum Bild und zum Künstler weiter unten

Text unten: Auszug aus Strophen aus der Fremde II, Georg Herwegh (1839).
Linktipp: Vollständiger Text

Weihrauch

Ich möchte hingehn wie der Blume Duft,
Der freudig sich dem schönen Kelch entringet
Und auf dem Fittich blötenschwangrer Luft
Als Weihrauch auf des Herren Altar schwinget.

Weihrauch auf den Seiten von onlinekunst.de

Die heiligen drei Könige; "Die Anbetung der Weisen"
Nimm hin den Weihrauch, Myrrh’n und Gold,
nimm hin des Morgenlandes Gut.'
Gedicht von Josef Gabriel Ritter von Rheinberger (1839-1901)

Der Rabe - The Raven
Plötzlich ward es in mir lichter und die Luft im Zimmer dichter,
Als ob Weihrauch sie durchwehte.
Gedicht von Edgar Allan Poe (1809-1849)

Über die Schwertlilie
Wie Weihrauch fromm berauschend strömt ihr Duft,
Wenn wir uns zu der schönen Blüte neigen.
Gedicht von Francisca Stoecklin (1894-1931)

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Linktipp: Räuchern: Heilbitte an den Himmel

Zur Abbildung oben: Sebastiano Ricci: Anbetung der Heiligen Drei Könige. 1726, Öl auf Leinwand, 330,2 × 289,6 cm. London, Royal Art Collection. Auftraggeber: Konsul Smith, für dessen Haus in Venedig. Land: Italien. Stil: Barock und Rokoko.

Sebastiano Ricci:
geboren am 01.08.1659 Belluno
gestorben am 15.05.1734 Venedig
Wirkungsorte: Norditalien, Rom, Florenz

Weitere Werke von Sebastiano Ricci

  • Abraham und die drei Engel, um 1695
  • Allegorie der Künste, 1690-1694
  • Allegorie der Toskana, 1706
  • Altar des Hl. Gerhard von Csanád, Szene: Madonna mit Heiligen, 1708
  • Anbetung der Heiligen Drei Könige, 1726
  • Apostelkommunion, um 1720-1725
  • Bacchus und Ariadne, um 1713
  • Bacchus und Ariadne, um 1713
  • Bathseba im Bade, 1724
  • Befreiung des Hl. Petrus durch einen Engel, 1710
  • Dekoration des Palazzo Marucelli-Fenzi in Florenz, Dritte Stanza: Die Bestrafung des Amor, 1706-1707
  • Dekoration des Palazzo Marucelli-Fenzi in Florenz, Herkulessaal: Herkules und Cacus, 1706
  • Dekoration des Palazzo Marucelli-Fenzi in Florenz

Stichworte

  • Räucherpflanzen
  • Ayurveda
  • Giftpflanzen

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Hinweis: Die medizinischen Informationen ersetzen keine notwendige ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.


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