Der Computergarten am 28. April

rote Tulpe von inga Schnekenburger

Wie eine Fackel: Eine feuerrot blühende kleine Tulpe im Sonnenlicht
Foto © Inga Schnekenburger vom April 2002 für Karl Kraus zum Geburtstag

Umschlag Die Fackel

Abbildung oben: Titelblatt "Die Fackel" von Karl Kraus

Karl Kraus, 1874-1936
Publizist und Schriftsteller

Karl  Kraus Portrait von Inga Schnekenburger

Karl Kraus gründete die Zeitschrift "Die Fackel" im April 1899, an der in den folgenden Jahren verschiedene Künstler und Schriftsteller mitarbeiten (u. a. Detlev von Liliencron und Else Lasker-Schüler).

"Die Fackel" entwickelt sich zu einer führenden kultur- und gesellschaftskritischen Zeitschrift, in der Karl Kraus 37 Jahre lang alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens analysiert und kritisiert.

Er begreift seine publizistische Tätigkeit immer auch als Kampf gegen die Verlogenheit der Presse.

 

"Karl Kraus trat mit Konsequenz und Rigorosität gegen Verhältnisse auf, die heute nicht einmal mehr beklagt werden."

Zitat von Roger Willemsen

Abbildung links: Portrait Karl Kraus © Inga Schnekenburger 2002

 

Biographie - Das Leben des Karl Kraus

Karl Kraus wird am 28. April 1874 im nordböhmischen Gitschin (Jicín) geboren
Er ist der Sohn des jüdischen Papierfabrikanten Jakob Kraus und dessen Frau Ernestine (geb. Kantor).

1877
Umzug der Familie nach Wien.
1892
Karl Kraus beginnt ein Jurastudium an der Wiener Universität .
1894

bis 1896 studiert er Philosophie und Germanistik.

Während seines Studiums veröffentlicht er literaturkritische Beiträge. Er tritt als Schauspieler auf, arbeitet als Regisseur und hält Vorträge. Mit Arthur Schnitzler und Hugo von Hofmannsthal ist er befreundet. Arthur Schnitzler und Hugo von Hofmannsthal sind Vertreter der Gruppe "Jungwien".

1897
In der Satire "Die demolierte Literatur" distanziert er sich von der Dekadenz der Gruppe "Jungwien" und arbeitet als Korrespondent der "Breslauer Zeitung" in Wien.
1899

Karl Kraus gründete die Zeitschrift "Die Fackel" im April 1899, an der in den folgenden Jahren verschiedene Künstler und Schriftsteller mitarbeiten (u. a. Detlev von Liliencron und Else Lasker-Schüler).

"Die Fackel" entwickelt sich zu einer führenden kultur- und gesellschaftskritischen Zeitschrift, in der Karl Kraus 37 Jahre lang alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens analysiert und kritisiert. Er begreift seine publizistische Tätigkeit immer auch als Kampf gegen die Verlogenheit der Presse.

Im Oktober 1899 tritt Karl Kraus aus der jüdischen Religionsgemeinschaft aus.

1902
In dem Essay "Sittlichkeit und Kriminalität" greift er die
Doppelmoral von Justiz, Presse und Gesellschaft an
.
1909
Erste Aphorismen erscheinen in dem Band "Sprüche und Widersprüche".
1911

In dem Essay "Heine und die Folgen" kritisiert er das instrumentelle Verhältnis der zeitgenössischen Literatur zur Sprache.

1911 wird Karl Kraus alleiniger Autor der "Fackel".

Er konvertiert 1911 zum Katholizismus.

1914
bis 1918 "Die Fackel" wird während des Ersten Weltkriegs mehrmals konfisziert, weil Kraus in ihr eine pazifistische Haltung vertritt und die österreichische Kriegspolitik scharf kritisiert.
1916

Karl Kraus beginnt mit dem "Theater der Dichtung". Er rezitiert vollständige dramatische Texte, um auf das historische Sprachbewußtsein früherer Zeiten zu verweisen, weil er in seiner eigenen Epoche die wachsende Sprachlosigkeit erkennt.

Seine ersten Gedichte erscheinen in dem Lyrikband "Worte in Versen" (dem bis 1930 acht weitere folgen), in denen er ähnlich wie im "Theater der Dichtung" das in der Gegenwart verlorene Sprachbewußtsein zu erneuern versucht.

1918

bis 1919: Sein Antikriegsdrama "Die letzten Tage der Menschheit" erscheint in der "Fackel". (Erschien übrigens später auch in italienischer Sprache: AUTORE Karl Kraus TITOLO Gli ultimi giorni dell'umanit ). Dieses dokumentarische Zeitbild vom Untergang der österreichischen Vorkriegsgesellschaft endet mit einer Warnung vor dem Untergang der Menschheit.

Veröffentlichung weiterer Aphorismen in dem Band "Nachts" sowie Essays in dem Band "Weltgericht".

1921
Karl Kraus veröffentlicht die Operette "Literatur oder Man wird doch da sehn", mit der er den Expressionismus angreift.
1923
Austritt aus der katholischen Kirche.
1926
Karl Kraus polemisiert in den 20er Jahren besonders gegen die
Machenschaften der Wiener Polizei und der Presse
sowie gegen den Berliner Theaterkritiker Alfred Kerr.
1932
In Vorlesungen und Artikeln warnt Kraus vor der drohenden "Entmenschlichung" durch den Nationalsozialismus, kritisiert aber auch die Politik der Sozialdemokratie.
1933
Mai: Karl Kraus arbeitet für das Heft "Die dritte Walpurgisnacht", eine Analyse der Nationalsozialisten und ihrer Sympathisanten. Er hält die Ausgabe jedoch zurück, so dass sie vollständig erst 1952 postum publiziert wird.
1934

Juli: Teile des geplanten Heftes werden unter dem Titel "Warum die Fackel nicht erscheint" veröffentlicht. Karl Kraus arbeitet an einer Sprachlehre, die er schon in den 20er Jahren begonnen hatte, die aber erst 1937 postum unter dem Titel "Die Sprache" erscheint.

Dabei begreift er Sprache nicht als ein abstraktes System,
sondern als ein historisches Sprechen einer Epoche.

1936

Februar: Das letzte Heft der "Fackel" erscheint.

Am 12. Juni 1936 stirbt Karl Kraus in Wien im Alter von 62 Jahren.

Sein dramatisches Hauptwerk, Die letzten Tage der Menschheit, eine gigantische Collage aus dem Sprach- und Gesinnungsmüll des Ersten Weltkriegs und den Porträts seiner kleinen und großen Protagonisten, wurde Allegorie und Anti-Kriegsdrama zugleich.

BUCHTIPPS

Die Bücher von Karl Kraus waren und bleiben "aktuell".

Die letzten Tage der Menschheit.
Tragödie in fünf Akten mit Vorspiel und Epilog.
von Karl Kraus
Sprache: Deutsch
Broschiert - 847 Seiten - Suhrkamp
ISBN: 3518378201
Andere Ausgaben: Gebundene Ausgabe

"Es dokumentiert die entsetzliche Zerstörungskraft von Meinungen, die sich auch in heutigen Zeitungen als unsterblich erwiesen haben. Kraus war der letzte Radikale des Humanismus, den die Tagespublizistik hervorgebracht und zugelassen hat. "
Zitat von Roger Willemsen

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Die letzten Tage der Menschheit....

zum Buch

Karl Kraus und 'Die Fackel';
Reading Karl Kraus von Gilbert J. Carr, Edward Timms Broschiert - 246 Seiten - Iudicium ISBN: 3891290500

"In ihrer sprachlichen Form, ihrer Radikalität ist sie das größte Monument polemischer Zeitbegleitung in deutscher Sprache und versammelt darüber hinaus einige der Kronjuwelen deutscher Essayistik zu Themen der Moral und der Sprache, der Justiz und der Literaturgeschichte." Zitat von Roger Willemsen

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Karl - Kraus - Lesebuch
von Karl Kraus,
Hans. Wollschläger (Herausgeber )
Broschiert - 250 Seiten - Suhrkamp
ISBN: 3518379356

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Literaturangaben und weitere Bücher von und über Karl Kraus
sowie LINKS und Surftipps - Karl Kraus im www auf Seite 2

 
 

 

http://www.onlinekunst.de/aprilzwei/28_04_kraus_karl.html