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Robert Delauny und der Orphismus
geboren am 12. April 1885 in Paris
gestorben am 25. Oktober 1941 in Montpellier

Bildquelle und Produkttipp: poster.de.
Kunstdruck von Robert Delaunay: Rhythm - Joie De Vivre

 

Robert Delaunay begründete den Orphismus, eine ganz eigene Stilrichtung in der modernen Malerei. Aus seinem "Cubisme ecartele", dem "zerteilten Kubismus" entwickelte Robert Delauny um 1912 die Malerei des reflektierten Farblichts. Die Brechung des Lichts an den Gegenständen hob für ihn die Kontinuität auf. Die Lichterscheinungen auiszudrücken war sein Anliegen. Er stützte sich dabei auf seine Beobachtung und auf wissenschaftliche Studien: Die Lehre von Eugene Chevreuls über den Simultankontrast , die 1839 erschien, war in seinem Besitz.

"Mir schwebt eine Malerei vor, die praktisch nur noch Farbe ist: Kontraste von Farben, die sich nacheinander ergeben und sich doch auf einmal - simultan- wahrnehmen lassen."

Robert Delauny

Die ersten in dieser Art gemalten Bilder sind die "Simultanen Fenster" , 1911- 1912. Schwebende Farbklänge werden erzeugt durch verschiedene Lichtebenen und Durchdringungen der kristallin wirkenden Flächen. Es entsteht der Eindruck einer unwirklichen, geheimnisvollen Räumlichkeit. Das ungewöhnliche Format zwingt den Betrachter zum "Lesen" des Bildes, es kann nicht mit einem Blick erfaßt werden, es ist 207 cm lang und 53 cm hoch.

"Den Akzent in der Kunst nach dem Beispiel einer Fuge im Bild
auf das Zeitliche zu verlegen, versuchte Delauny durch die Wahl
eines unübersehbar langen Formates."

Paul Klee, Tagebuch Juli 1917

Die Fensterbilder von Delauny regten Apollinaire zu seinem berühmt gewordenen Gedicht "Les Fenetres" an. Dieses Gedicht erschien 1913 im Katalog der Delauny- Ausstellung in Berlin. Der Orphismus, die Abstraktion, die durch die Zerlegung des Lichts geschaffen wird, ist eine große schöpferische Leistung von Robert Delauny. Er wirkte auf die Werke seiner Frau, Sonia Delauny-Terk und auf die Arbeit von Patrick Henry Bruce, auch Frantisek Kupka und Francis Picabia wurden von ihm angeregt. Franz Marc und August Macke waren fasziniert von den Arbeiten von Delauny, sie besuchten ihn gemeinsam 1912 in Paris.

 

 

Hintergrundmusik: Johannes Brahms,
Klavierstück, Fantasie No. 6 in E-Dur, Op. 116,
Midi von Bernd Krüger www.piano-midi.de

 

 

http://www.onlinekunst.de/april/Orphismus_Delauny.htm